Warum Menschen mit ADHS es in unserer Gesellschaft schwer haben

Diese Welt ist nicht auf uns ausgerichtet

Neurodivergente Menschen haben es in dieser Welt schwer. Die gesamte Struktur unserer Gesellschaft ist nicht für uns ausgelegt, da die Art und Weise, wie unsere Gehirne verschaltet sind, nicht der Norm entsprechen und wir damit zu einer Minderheit gehören. Die Anpassung an diese Gegebenheiten und der Versuch sich in eine Form zu pressen, die nie ganz passen wird, egal wie sehr man sich anstrengt, kosten enorm viel Energie.

Nicht umsonst leiden viele neurodivergente Menschen an verschiedensten Komorbiditäten wie Angststörungen oder Depressionen – von klein auf gespiegelt zu bekommen irgendwie nicht richtig zu sein, wirkt sich unweigerlich auf die Psyche aus.

Auch ohne andere Erkrankungen und Diagnosen ist das Leben mit ADHS oder einer anderen Form der Neurodivergenz herausfordernd genug und kann z. B. zu Burnout oder einem sehr negativen Selbstbild führen.

ADHS und der Weg zur Freiheit

Die Diagnose als Befreiungsschlag

Als selbst mit 32 Jahren spät diagnostizierte ADHSlerin liegt dieses Thema mir besonders am Herzen, weil es ein essentielles Puzzlestück in meiner Lebensgeschichte ist.

Die Diagnose hat mir erlaubt viele Momente aus der Vergangenheit richtig einzuordnen, mich von meinen Schuld- und Schamgefühlen zu trennen und mein Leben so anzupassen, dass es kompatibel mit meinen Gehirnfunktionen ist. Ich mache mich nicht mehr ständig für vermeintliche Unzulänglichkeiten fertig, weil es eine logische Erklärung dafür gibt, warum mir bestimmte Aspekte schwerer fallen als anderen. Ich kann die Vorteile meiner ADHS für mich nutzen und genießen und gleichzeitig Wege finden mit den schwierigeren Anteilen besser umzugehen. Ich habe gelernt mir selbst zu vergeben, wenn mal wieder etwas aus dem Ruder läuft, ich hin und wieder im Chaos versinke oder doch mal einen Termin vergesse. Meine ADHS anzunehmen, hat mich meiner Selbstakzeptanz ein großes Stück nähergebracht und mir ermöglicht nach außen hin authentisch aufzutreten und zu mir zu stehen. Dadurch sind wunderbare Freundschaften und Beziehungen mit Menschen entstanden, die mich so annehmen, wie ich bin. Ich habe mehr Energie, bin zufriedener, habe einen gut gefüllten Werkzeugkoffer mit Skills und Coping-Strategien und habe endlich gelernt mich zu mögen.

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Gerade weil es so ein Herzensthema ist und ich im Austausch und in Beratungen mit unzähligen anderen ADHS-Menschen immer wieder ähnliche Wünsche, Bedürfnisse, Selbstabwertungen, Überforderungen und Belastungssituationen gespiegelt bekomme, möchte ich gerade für neurodivergente Menschen einen sicheren Ort anbieten, wo sie so sein dürfen wie sie sind.